CE Kennzeichnung oder UKCA ? UK weitet die Anerkennung des CE Kennzeichens aus.

Ursprünglich hatte Großbritannien im Rahmen des Brexit geplant,
dass die CE Kennzeichnung nicht mehr anerkannt wird. Es sollte ausschliesslich das neue UKCA-Kennzeichen für das Inverkehrbringen von Gütern im UK verbindlich sein. Am 1. August 2023 hatte die britische Regierung dann jedoch entschieden, dass die CE-Kennzeichnung auch über das Jahr 2024 hinaus für viele Produkte ohne zeitliche Begrenzung gültig sein soll. Am 24. Januar 2024 wurde die Anerkennung des CE – Kennzeichen dann sogar auf drei weitere Produktgruppen ausgeweitet :
- Ökodesign,
- Explosivstoffe für zivile Zwecke und
- gefährliche Stoffe in elektrischen und elektronischen Geräten (RoHS).
Medizinprodukte und Baustoffe sind von der Anerkennung weiterhin nicht erfasst.
CE Kennzeichnung Elektronikprodukte:
Im Juli 2024 hat die britische Regierung ein Gesetz erlassen, das die CE-Kennzeichnung für den Zugang zum britischen Markt auf unbestimmte Zeit anerkennt. Damit ist eine UKCA-Kennzeichnung für Elektronikprodukte nicht mehr erforderlich. Seit dem 1. Oktober 2024 ist diese Regelung in Kraft.
Davon betroffen sind eine Reihe von Verordnungen:
- The Electromagnetic Compatibility Regulations 2016 (EMV-Richtlinie 2014/30/EU)
- The Electrical Equipment (Safety) Regulations 2016 (Niederspannungsrichtlinie 2014/35/EU)
- The Restriction of the Use of Certain Hazardous Substances in Electrical and Electronic Equipment Regulations 2012 (RoHS-Richtlinie 2011/65/EU)
- The Radio Equipment Regulations 2017 (Funkanlagenrichtlinie 2014/53/EU)
- The Supply of Machinery (Safety) Regulations 2008 (Maschinenrichtlinie 2006/42/EG)
- The Equipment and Protective Systems Intended for Use in Potentially Explosive Atmospheres Regulations 2016 (ATEX-Richtlinie 2014/34/EU)
Die UKCA-Kennzeichnung ist jedoch weiterhin für andere Produkte, einschließlich medizinischer Geräte und Schiffsausrüstung, erforderlich. Die für diese Vorschriften zuständigen Regierungsstellen haben allerdings noch nicht entschieden, ob dies auch weiterhin der Fall sein soll oder nicht.
Druckgeräte:
Mit dem Statutory Instrument (SI) werden die grundlegenden Sicherheitsanforderungen für das Inverkehrbringen von Druckgeräten mit dem UKCA-Zeichen in Großbritannien geändert.
Die grundlegenden Sicherheitsanforderungen in den Druckgeräteverordnungen von 2016 schreiben vor, dass Personal und Materialien, die in den frühen Phasen der Herstellung verwendet werden, nur von Stellen mit Sitz im Vereinigten Königreich zertifiziert werden dürfen.
Dies führt kurz- und langfristig zu Problemen für Druckgerätehersteller, die mit UK Conformity Assessed (UKCA) gekennzeichnete Geräte in Großbritannien auf den Markt bringen wollen.
Diese ungelösten Probleme in der Lieferkette verursachen zusätzliche Kosten und zusätzlichen Verwaltungsaufwand für die Druckgerätehersteller. Das schränkt die Möglichkeiten der britischen Unternehmen und Verbraucher ein, Druckgeräte zu kaufen, die für die heimische Industrie, Arbeitsplätze und Haushalte benötigt werden.
Mit dieser SI werden die grundlegenden Sicherheitsanforderungen geändert, um diese Probleme zu beseitigen. Die SI erlaubt es den entsprechenden Stellen mit Sitz im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zusätzlich zu denen mit Sitz im Vereinigten Königreich:
- die Zertifizierung von dauerhaften Verbindungen (Schweißen) vorzunehmen
- Personal für zerstörungsfreie Prüfungen zu stellen
- Qualitätssicherungssysteme der Werkstoffhersteller zu überwachen
Dies wird die Probleme in den Lieferketten in diesem Sektor verringern, ohne die Sicherheit zu beeinträchtigen. (Quelle CE-RICHTLINIEN.eu)
Es haben sich also einige Dinge einfacher gestaltet, als es noch zu Anfang des Brexits geplant war. Es haben sich aber auch einige Gebiete mittlerweile weiterentwickelt, so gibt es bereits mehrere benannte Stellen in Großbritannien, die sich mit den Richtlinien und deren Einhaltung beschäftigen.
Auf der oben genannten Website der englischen Regierung können stets die aktuellen Stände zu den einzelnen Themen eingeshen werden.
Haben Sie Fragen zum Thema, dann sprechen Sie mich gern an.


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